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    Unser Ener informiert.
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30.11.2009
Privathaushalte sparen Strom - Kampagne des Verbraucherschutzministeriums

Jeder Privathaushalt kann allein mit einfachen Verhaltensänderungen rund 15 Prozent seines Strombedarfs einsparen, mit energiesparenden Geräten sogar 30 Prozent und mehr. Die meisten Maßnahmen rechnen sich erst recht vor dem Hintergrund der steigenden Strompreise. „Wer sich informiert und beraten lässt, kann die weiter steigenden Stromkosten im Griff behalten“, stellt die rheinland-pfälzische Verbraucherschutzministerin Margit Conrad fest. „Die Stromsparaktion gibt jetzt vor der Weltklimakonferenz in Kopenhagen die wichtige Botschaft: 30 Prozent Strom können ohne Komfortverlust gespart werden.“ 20 Musterhaushalte, die sich an der Aktion „Einfach Strom sparen!“ beteiligt hatten, haben dies bestätigt.

Das Verbraucherschutzministerium hatte im Rahmen der Kampagne „Unser Ener macht mit - Unsere beste Energie ist gesparte Energie“ Familien, vom Single bis zur Großfamilie, eingeladen, die Probe aufs Exempel zu machen und das eigene Stromsparpotential auszuloten. Von 250 Haushalten, die sich beworben hatten, erhielten 20 in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale eine umfassende Beratung, wo und wie sie Strom – und damit Kosten - einsparen konnten Außerdem gab es einen Zuschuss über 200 Euro je Familie für Stromspar-Investitionen. „Das landesweite Einsparziel von Stromkosten über 100 Millionen Euro ist sofort machbar, ebenso eine Reduktion des Klimagases CO2 von jährlich 250 000 Tonnen. Das Ergebnis zeigt, dass diese Ziele realistisch sind, wenn die Verbraucherinnen und Verbraucher mitmachen“, sagte Conrad. „Klimaschutz beginnt im Privaten, bewusster Umgang mit Energie ist ein wichtiger Schritt.“

Ergebnisse der Stromsparaktion
Von einer Jury waren die 20 Musterhaushalte so ausgewählt worden, dass Unterschiede sichtbar werden: größere und kleinere Haushalte, Mieter und Hauseigentümer waren darunter sowie Wohnungen mit und ohne elektrische Warmwasserbereitung. In jedem Haushalt wurden der Stromverbrauch von einem Energieberater genau erfasst und Einsparpotentiale identifiziert:


„Der Stromverbrauch der ausgewählten Haushalte zu Beginn der Aktion war überraschend hoch“, stellt der Energiereferent der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz Hans Weinreuter in seiner Zusammenfassung der Ergebnisse fest. Am meisten Strom wurde für Warmwasser beim Duschen und Baden verbraucht (25 Prozent), gefolgt von Lampen (15 Prozent) und Strom für Waschen und Bügeln (13 Prozent). Entsprechend hoch sind die möglichen Einsparungen in diesen Bereichen. (siehe Anlage)

Musterfamilie spart 38 Prozent Strom und mehr
Eine der Musterfamilien mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern konnte während der Stromspar-Aktion eine Einsparung von 38 Prozent erreichen, weitere 8 Prozent Stromersparnis sind für sie mittel- und langfristig möglich. Sehr einfache Maßnahmen wie das Nutzen von Thermoskannen für den Kaffee anstelle der Warmhalteplatte oder die Begrenzung der Duschzeit für die Teens der Familie erzielen ebenso wie neue Energiesparlampen sehr gute Resultate.

Für diese Familie reduziert sich der jährliche Stromverbrauch von 9653 kWh durch die umgesetzten Maßnahmen auf 6024 kWh – das bedeutet eine Kosteneinsparung von 758 Euro pro Jahr. Für neue Geräte wurden 812 Euro ausgegeben – das heißt die Investition hat sich nach 13 Monaten selbst finanziert. Auf längere Sicht können weitere 742 kWh oder 155 Euro pro Jahr eingespart werden.
Das hat die Familie mit der Aktion verändert:

  • 20 neue Energiesparlampen und 3 schaltbare Steckerleisten angeschafft
  • 2 Isokannen für Kaffee statt stundenlanges Warmhalten mit der Maschine
  • Seit Juli bleibt der Wäschetrockner aus - stattdessen wurden 3 Wäscheständer gekauft
  • Neue Kühl-Gefrier-Kombination
  • In den Duschkabinen hängen jetzt „Duschtrainer“: Geduscht wird maximal 5 Minuten

Strompreis steigt weiter
Die Preisspirale beim Strom dreht sich weiter: wenigstens 40 Energieversorger planen zum Jahreswechsel die Strompreise um mindestens 5 bis 14 Prozent zu erhöhen. Für einen Vier-Personen-Haushalt, der im Durchschnitt 4000 Kilowattstunden im Jahr verbraucht, steigt die Strompreisrechnung damit um wenigstens ca. 50 Euro pro Jahr.

„Das Vorgehen der großen Energiekonzerne ist nicht nachvollziehbar“, kritisiert die rheinland-pfälzische Verbraucherschutzministerin Margit Conrad, erst recht nicht dass zum wiederholten Male die Erneuerbaren Energien als Begründung für die Strompreiserhöhungen herhalten sollen: „Dies ist absurd. Die Erneuerbaren Energien machen einen Anteil an den Stromkosten von ca. 5 Prozent insgesamt aus. Damit kann man keine Erhöhungen von 5 bis 14 Prozent begründen.“

Seit 2000 sind die Energiekosten eines Durchschnittshaushalts um über 37 Prozent gestiegen. Ganz besonders stark sind in diesem Zeitraum die Stromkosten gestiegen: rund 60 Prozent oder 324 Euro mehr im Jahr. (Bundesverband Verbraucherzentrale auf Basis BMWI, Mineralölwirtschaftsverband, BdeW).

Verbraucherschutzministerium wirbt weiter fürs Stromsparen und informiert
Jetzt neu erschienen ist der Energiespartipp des Monats zum Thema „Kühlen und Gefrieren“; das Faltblatt wird Anfang Dezember in ganz Rheinland-Pfalz verteilt. Weitere Informationen zum stromsparenden „Kochen und Backen“ sowie zu „Computer und Kleingeräte“ sind geplant.

In Zusammenarbeit mit Mieter- und Vermieterverbänden wurden dieses Jahr über 10.000 Broschüren „Einfach Strom sparen – Mit Unser Ener abschalten und entspannen“ verteilt. Das Heft bietet auf 28 Seiten viele Tipps für den Haushalt. Zahlreiche Wohnungsbauunternehmen haben die Broschüre in Informationspakete für neue Mieter aufgenommen. In der Zeitschrift des Mieterbundes werden regelmäßig Tipps und Hinweise zum Stromsparen abgedruckt.

Auch über Twitter hat „Unser Ener“ Stromspartipps verteilt.
Bei der Rheinland-Pfalz-Ausstellung 2010 wird ein Schwerpunkttag zum Thema „Strom sparen“ stattfinden. „Energie Sparen“ wird wieder Schwerpunkt einer Sonderschau.

  • Faltblätter und die Broschüre sind kostenlos erhältlich beim:
    Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz, Kaiser-Friedrich-Straße 1, 55116 Mainz. Telefon Frau Klink, 06131-164468, Mail: karin.klink@mufv.rlp.de sowie bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und den Partnern der Energiesparkampagne